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Felsüberhang Abri de Cro-Magnon in Les Eyzies de Tayac, Dordogne, mit einer Gedenktafel aus Marmor

Steinklingen der Vorgeschichte: Warum die Jäger des Paläolithikums sie so schätzten

Foto: Sémhur, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

FrankreichVon der Redaktion von Archéo-Logis4 Min. Lesezeit

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Steinklingen, langgestreckte Abschläge mit scharfen Kanten, wurden in den Steinindustrien des eurasischen Jungpaläolithikums allgegenwärtig. Ein Vortrag im Nationalmuseum für Vorgeschichte in Les Eyzies, geplant für Samstag, den 6. November 2026 um 18:30 Uhr, will die Gründe für diesen Erfolg beleuchten. Die Prähistoriker Foni Le Brun-Ricalens und François Bon sollen dort über diese Klingenproduktionen sprechen, ebenso über ihre Miniaturversionen, die Lamellen.

Allgegenwärtige Trägerformen

Unter den zahlreichen Produkten der Steinbearbeitung, die die Vorgeschichte prägen, nehmen die Klingen eine besondere Stellung ein. Es handelt sich um Abschläge, die deutlich länger als breit sind und deren beide längsten Ränder in der Regel eine scharfe Schneide aufweisen. Ihr Erfolg war so groß, dass sie in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen, zu verschiedenen Zeiten und auf weiten Gebieten auftreten.

In den Industrien des eurasischen Jungpaläolithikums wird die Klinge zu einer nahezu durchgängigen Bezugsgröße. Die Forschung fragt daher zweierlei: Warum zog diese Trägerform die jagenden und sammelnden Gruppen an, und was verrät diese Vorliebe über technische und kulturelle Zusammenhänge?

Ein Begriff aus dem 19. Jahrhundert

Die Klinge wird seit dem 19. Jahrhundert erfasst und beschrieben, doch ihre Bedeutung ist nach wie vor umstritten. Der Vortrag greift den Begriff des „Objekts Klinge“ auf, den die Prähistorikerin Nicole Pigeot geprägt hat. Danach ist in diesem Träger weit mehr zu sehen als ein einfaches Werkzeug.

Die Definitionen, die bei der Veranstaltung erörtert werden, stützen sich auf die Pionierarbeiten von André Leroi-Gourhan und Jacques Tixier, zwei maßgeblichen Namen in der Erforschung der Steinindustrien.

Technische Studien und Chaînes opératoires

Zur Untersuchung dieser Produktionen verbinden Archäologen mehrere Ansätze. Beschreibende Analysen erfassen die Morphologie der Trägerformen. Die Untersuchung der Chaînes opératoires, die den Bewegungsablauf Schritt für Schritt nachzeichnen, von der Auswahl des Blocks bis zur Aufgabe des Objekts, macht es möglich, die Gewinnung der Klingen zu rekonstruieren.

Wirtschaftliche Ansätze ergänzen dieses Bild, indem sie nach dem Ertrag dieser Abbauverfahren fragen, deren Ausführung je nach Ort und Zeit variiert.

Klingen und Lamellen als Zeugnisse menschlichen Verhaltens

Klingen und Lamellen sind bewegliche Objekte, die bei Wanderungen mitgeführt und immer wieder verwendet wurden. Sie gehörten sowohl zum Alltag, etwa als Haushaltswerkzeuge, als auch zur Jagd, etwa als Schäftungselemente der Geschosse. So lassen sich Praktiken vom Wohnplatz bis zu den durchstreiften Räumen und den verfolgten Tieren nachverfolgen.

Nach Angaben der Veranstalter sind diese Artefakte wertvolle techno-kulturelle Hinweise. Ihre Untersuchung gibt zudem Auskunft über die aufgesuchten Gebiete, nicht zuletzt über die Herkunft der verwendeten Rohmaterialien.

Von Steinklingen zu polierten Klingen

Das Thema endet nicht mit dem Ende des Paläolithikums. Klingen mit polierter Oberfläche, gefertigt aus widerstandsfähigen Gesteinen, treten später in den ersten agropastoralen Gemeinschaften des Neolithikums auf. Die Veranstaltung bietet daher einen Durchgang durch die paläolithischen Epochen, der dem Auftreten dieser anderen Klingen vorausgeht.

Wer die Dordogne besucht, kann dieses Thema in Les Eyzies auf natürliche Weise weiterverfolgen, wo die Spuren der Jäger des späten Paläolithikums zutage treten.

Diese Zeugnisse vor Ort sehen

Das Dorf Les Eyzies vereint mehrere bedeutende Fundstätten, um die Industrien des Jungpaläolithikums zu verstehen. Der Abri de Cro-Magnon, wo 1868 die Skelette entdeckt wurden, denen der Cro-Magnon-Mensch seinen Namen verdankt, verbindet Werkzeuge und Schmuck mit menschlichen Überresten. Der Abri Pataud bietet demgegenüber ein stratigraphisches Profil, das aurignacienne, gravettienne und solutréenne Schichten umfasst, jede mit eigenem Gerät.

Der Vortrag ist kostenlos, doch eine Reservierung wird empfohlen, und zwar über die vom Nationalmuseum für Vorgeschichte angegebene Adresse.

Häufige Fragen

Was ist eine Klinge in der Vorgeschichte?

Eine Klinge ist ein Steinartefakt, das deutlich länger als breit ist und dessen beide längsten Ränder in der Regel scharf sind. Sie unterscheidet sich vom Abschlag durch diese langgestreckte, regelmäßige Form. Klingen sind in den Industrien des Jungpaläolithikums sehr häufig.

Worin unterscheidet sich eine Lamelle von einer Klinge?

Die Lamelle ist eine verkleinerte Form der Klinge mit bescheideneren Maßen. Sie dient unter anderem zur Herstellung von Geschossspitzen. Beide Produktionen werden von der Forschung gemeinsam untersucht.

Wo findet der Vortrag über Steinklingen statt?

Der Vortrag findet im Nationalmuseum für Vorgeschichte, 1 rue du musée, in Les Eyzies am Samstag, den 6. November 2026 um 18:30 Uhr statt. Eine kostenlose Reservierung über die Website des Museums wird empfohlen.

Warum sind Klingen für Archäologen wichtig?

Sie sind gute techno-kulturelle Marker, die helfen, die technischen Traditionen einer Gruppe zu erkennen. Ihre Rohmaterialien geben außerdem Auskunft über die von den Jägern und Sammlern aufgesuchten Gebiete.

Quellen

Originale Zusammenfassung, mit Hilfe künstlicher Intelligenz aus den angegebenen Quellen verfasst, automatisch geprüft und aus dem französischen Original übersetzt. Informationen und Zitate gehören ihren Urhebern. Französisches Original lesen.

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